Korea setzt eine 240-Tage-Uhr für die MFDS-Zulassung von Medizinprodukten
Die MFDS will die Prüfung von Medizinprodukten auf 240 Tage verkürzen und Änderungsgenehmigungen erleichtern – ein Signal, dass Korea seinen Ruf als langsamer Markt ablegt.
Was geschehen ist
Das Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (MFDS), Koreas Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte, hat sich zum Ziel gesetzt, das "schnellste Zulassungssystem der Welt" zu betreiben. In ihrem Verwaltungsplan für 2026, vorgetragen von Ministerin Oh Yu-kyoung, kündigte die MFDS an, Prüfzeiträume, die für Biosimilars bis zu 420 Tage betrugen, auf 240 Tage zu verkürzen – ein Ziel, das für neue Arzneimittel wie für Medizinprodukte gelten soll.
Die Mechanik ist prozedural, nicht kosmetisch. Die MFDS plant gründlichere Vorprüfungen zur Verbesserung der Datenvollständigkeit, eine parallele statt sequenzielle Prüfung der Bewertungspunkte, eigene Prüfteams und mehr persönliche Konsultationen. Hinzu kommt ein "KI-gestütztes Zulassungs- und Prüfsystem", das eingereichte Daten zusammenfasst, übersetzt und Prüfdokumente entwirft.
Zwei strukturelle Änderungen wiegen für Hersteller am schwersten. Die MFDS wechselt zu einem Negativlisten-System bei Änderungsgenehmigungen: Eine Vorabgenehmigung ist nur noch für Änderungen erforderlich, die Sicherheit oder Leistung eines Produkts betreffen; andere Modifikationen verwaltet das Unternehmen selbst. Zudem wird eine Selbstzertifizierung der Leistung für digitale Medizin- und Gesundheitsunterstützungsprodukte eingeführt.
Dies baut auf einer separaten Reform vom Januar 2026 auf, dem System der "sofortigen Marktzulassung für Medizintechnologie". Es erlaubt Produkten, die die verschärfte klinische Bewertung der MFDS bestehen, die gesonderte Bewertung neuer Medizintechnologien zu überspringen und Krankenhäuser in nur 80 Tagen statt bisher bis zu 490 zu erreichen – über 199 Produktkategorien hinweg.
Warum es wichtig ist
Korea galt lange als prozedurlastiger Markt mit zwei getrennten Engpässen: der MFDS-Zulassung und anschließend einer Marktzugangsbewertung vor der klinischen Nutzung. Nun komprimiert Korea beide Enden zugleich.
Für Schweizer und europäische Unternehmen ist das Negativlisten-System die stille Schlagzeile. Iterative digitale und KI-gestützte Produkte drohten bei kleinen Aktualisierungen bislang eine Neuzulassung; die Beschränkung der Vorabgenehmigung auf sicherheits- oder leistungsrelevante Änderungen senkt reale Lebenszykluskosten. Die Selbstzertifizierung für digitale Produkte beseitigt eine weitere vertraute Reibung für SaMD-Firmen.
Der Preis ist Evidenz. Die Schnellspur ist Produkten vorbehalten, die eine "international verschärfte klinische Bewertung" bestehen. Schnellere Fristen heben die Anforderungen an das klinische Dossier, statt sie zu senken, und europäische Daten müssen für die koreanische Prüfung womöglich überbrückt werden.
Worauf zu achten ist
Ob die 240-Tage-Marke für Medizinprodukte tatsächlich hält. Die Kennzahl stammt aus dem Biosimilar-Bereich, und die Prüfung von Produkten könnte sich langsamer verkürzen.
Wie "Änderungen, die Sicherheit oder Leistung betreffen" in der Praxis definiert werden. Diese Definition entscheidet, wie stark die Lebenszykluslast für KI- und Softwareprodukte tatsächlich sinkt.
Ob die digitale Selbstzertifizierung nur von der MFDS anerkannt wird oder auch bei den Kostenträgern Gewicht hat. Zulassungstempo bedeutet wenig ohne einen passenden Erstattungsweg über die HIRA.
Kernbotschaft
Korea verkürzt beide Stufen seiner Produktpipeline – die MFDS-Prüfung in Richtung 240 Tage und den Marktzugang nach der Zulassung in Richtung 80 –, doch die Eintrittskarte ist ein stärkeres klinisches Evidenzpaket. Europäische MedTech-Unternehmen sollten Korea 2026 als schnelleren Markt behandeln und zugleich Budget für Korea-spezifische oder überbrückte klinische Daten einplanen.